Aus aktuellem Anlass: Leben ohne Auto (mit Kfz-Zulassungsstatistiken)

Stellungnahme

Anlässlich einer aktuellen „Umfrage“ in Löbtau hier eine kurze Stellungnahme der HSG Rad, nach einer internen nicht-representativen Mini-Blitzumfrage:

  • Als Studentä braucht man kein Auto. In Dresden ist dafür der Nahverkehr zu gut und die Radwege sind auch benutzbar, auch wenn es (speziell in Löbtau) einige Kopfsteinpflaster-Abschnitte gibt und der Weg zur Uni nicht 100% eben und stetig ist. Für die Fahrt nach hause ist, je nach Heimadresse, die Zugverbindung, Fernbusverbindung oder Mitfahrgelegenheit hervorragend geeignet.
  • Als Familie braucht man eigentlich auch kein Auto. Das beste Beispiel sind solche Familien, die heute ohne eigenes Auto leben. Neben einer guten Organisation des Alltags gibt es dafür zahlreiche Transportlösungen – vom Handwagen über ein Lastenrad bis hin zu Leihfahrzeugen. Auch Nachbarschaftshilfe kann manche Aufgaben vereinfachen.
  • Es gibt immer Menschen, die die Alternativen zum eigenen Auto nicht überzeugen. Denn letztlich gilt es auch, ein Stück weit seine Gewohnheiten, Ansprüche und Vorstellungen in Frage zu stellen. Wem bei dem Gedanken unwohl ist, abends allein mit der Straßenbahn nach Hause zu fahren, und Alternativen hat, den wird selbst die gute Statistik zur Sicherheit in den Dresdner Straßenbahnen kaum überzeugen. Allerdings ist gerade Löbtau gleichzeitig Lage-prädestiniert sowie Vorbild für eine emissionsarme Mobilität, siehe die Statistik für Dresden: Der Motorisierungsgrad ist in Löbtau Süd/Nord (0,297) ist geringer als der Dresdener Schnitt (0,364)
  • Die in der Umfrage genannte Zahl von zwei Kfz pro Haushalt ist viel zu hoch gegriffen und stößt damit all diejenigen vor den Kopf, die schon jetzt beweisen, dass man ohne Auto leben kann. Zahlenmäßig ist die Suggestion der „Umfrage“ also nicht volksnah.

 

Rechengrundlage und Rechnung

Bevölkerung: Internetseite -> Direktlink pdf bzw. für Haushalte Direktlink pdf
Kraftfahrzeuge: Internetseite -> Direktlink pdf

Löbtau: Privatautos pro Privatperson: (2.608+3.508)/(11.403+9.185) = 0,297
Löbtau: Unterschiedlichste motorisierte Nutz- und Privatfahrzeuge, insgesamt pro Privatperson: (3.168+4.573)/(11.403+9.185) = 0,376
Dresden: Privatautos pro Privatperson: 201126/553.036 = 0,364
Dresden: Unterschiedlichste motorisierte Nutz- und Privatfahrzeuge, insgesamt pro Privatperson: 256.894/553.036 = 0,465

Mitunter wird der Pkw-Bestand auf die Anzahl der Haushalte bezogen. Hier ist Löbtau ((2.608+3.508)/(5.616+6.951) = 0,487 bzw. (3.168+4.573)/(5.616+6.951) = 0,616) noch ausgeprägter ein Vorbild gegenüber Dresden (201.126/300.013 = 0,670 bzw. 256.894/300.013 = 0,856), was statistisch wohl durch die hohe Zahl der Single-Haushalte verursacht ist.

Abschließend ist zur Statistik anzumerken, dass die Kopfzeile „Pkw-Halter als natürliche Personen je 1 000“ falsch formuliert ist. Es müsste heißen „Pkw, die von natürlichen Personen gehalten werden, je 1 000“.

 

Referenz

Die folgenden Seiten geben einen detaillierten Einblick in das „Umfrage“-Geschehen: Grüne, CDU, DNN

Bei der Recherche nach der Besitzstruktur stößt man auf diesen Artikel:„Besitzen junge Menschen wirklich weniger Pkw? Oder: Spaß mit Statistik“ Dessen Fazit: Ja, junge Menschen besäßen wirklich weniger Pkw und nein, das liege nicht daran, dass sie es auf ihre Eltern anmelden ließen.

 

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