Unfall vermeidbar?

Wie in der Zeitung bekannt wurde, gabe es einen Unfall am Nürnberger Platz: SZ-Artikel mit Unfallhergang

Möglicherweise hätte der Unfall verhindert werden können, wenn die Kfz-Spur umgewidmet worden wäre, so wie von uns gefordert. (Direktlink zum Bild)


ZUSATZ am 24. März

Der alte Blogeintrag vom 21. Februar endete bereits hier, aber zur Erklärung seien an dieser Stelle noch einige Worte zu Verkehrsführungen ergänzt:

Es ist eine mittlerweile übliche und wegen Sicherheitsaspekten gebotene Planungsregel, dass der Radverkehr möglichst lange im Blickfeld des Kraftverkehrs geführt wird. Dazu wird der Radverkehr fahrbahnnah oder auf der Fahrbahn, keinesfalls jedoch hinter parkenden Kfz eingeordnet außerdem werden auch die Haltlinien für den Radverkehr an Ampeln um 4 m – 5 m vor die Haltelinien des Kraftfahrzeugverkehrs vorgezogen, wie von den FGSV-Richtlinien empfohlen.

Da das (Rechts-)Abbiegen an dieser Stelle nicht vorgesehen ist, ist der Haltlinienversatz hier nicht Diskussionsgegenstand, trotzdem sei dir/Ihnen der folgende Alltagstipp auf den Weg gegeben: wer eine alte Infrastruktur vorfindet, die den Radverkehr an Ampeln parallel zu den Kfz halten lässt und wenn die Rechtsabbieger nicht separat signalisiert werden, nehme er sich trotzdem den Sicherheitsabstand und halte erst nach dem vollständigen Überfahren der Haltelinie an. Das vermeidet Missverständnisse und schützt effektiv Leben.

An der Unfallstelle selbst muss der Radverkehr hinter dem Haltestellenhäuschen hervorkommen und wird dann auf die Fahrbahn verschwenkt. Die Fahrbahn-Strecke bis zum Unfallort war ca. 20 m, die man in flotter Fahrweise in 3-4 Sekunden zurückgelegt hat. Um auf den Anfang des zurückzukommen: die Stelle ist sicherheitlich veraltet. Eine Führung in der Busspur hätte bedeutet, dass der Radfahrer über mindestens 300 m, also auch eine viel längere Zeit lang deutlich sichtbar gewesen wäre. Darüberhinaus wäre die Abbiegeabsicht des Lkw mindestens 0,5 Sekunden früher offenbar geworden, was Ausweichmanöver des Radfahrers ermöglicht hätte. Mit diesen Sachverhalten begründen wir die Aussage, dass der Unfall hätte verhindert werden können.

Der tatsächliche Nutzen der längeren Sichtzeit und Erfolg der Ausweichmanöver kann an dieser Stelle allerdings nicht bewertet werden und die offizielle Bewertung wird leider nie öffentlich werden, da die Untersuchungsberichte nicht freigegeben werden.

ENDE des Zusatzes vom 24. März

 

 

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