Nichts über Bäume – aber über den Tod

Eigentlich war geplant, dieses Foto in einem Blogbeitrag, wie man als Radfahrä nicht mit Bäumen umgehen sollte, zu zeigen. Daraus wurde bislang nichts, dafür hat sich aber vor zwei Wochen der Unfall auf der St. Petersburger Straße ereignet.

Es gibt nun kein besseres Bild als dieses, um unser Bedauern über den Tod der TU-Mitarbeiterin ausdrücken. Und um einen Appell an alle, die das lesen, zu richten: passt bitte auf euch und auf eure Mitmenschen auf!


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Gemischtes Meetup 5.7. 17:00

Vielleicht kennt ihr, kennen Sie schon die Meetups im SLUB-MakerSpace. Wenn nicht, ist morgen ein günstiger Zeitpunkt sie kennenzulernen, denn es dreht sich um’s Rad: Meet up! All I wanna do is bicycle

Wir sehen uns! Am 5. Juli 2018 um 17:00 Uhr.

Stadtradeln fängt am Montag an

Wer noch an der Stadtradeln-Aktion teilnehmen will, sollte sich bald anmelden, denn der Aktionszeitraum fängt in Dresden am 18. Juni an. Die Fahrradkilometer werden dann bis 8. Juli automatisch oder manuell erfasst und pro Stadt/Team aufsummiert.

Suchen Sie sich / Sucht euch einfach das passende Team aus. Es gibt einige Fakultätsteams, einzelne Institute und außerdem ein paar Hochschulgruppen. Die TU Dresden hat auch ein Insgesamt-Team.

Die Anmeldung funktioniert ganz einfach über den Anmeldelink (TU Dresden voreingestellt).

 

 

Tiefgaragen können für Räder genutzt werden

Auch wenn es am Zentralcampus keine Tiefgaragen gibt, so ist doch das ein oder andere Uni-Gebäude in Dresden mit einer Tiefgarage ausgestattet. Aus einer Diskussion der HSG Rad mit den Eigentümern eines dieser Gebäude hatte sich die Fragestellung ergeben, ob es ein gesetzliches Verbot für Fahrräder in Tiefgaragen gibt. Dazu hatte die HSG Rad den Dresdner SPD-Wahlkreis von Albrecht Pallas um eine Gesetzesänderung gebeten.

Das Wahlkreisbüro (Süd-Pol-Dresden) hat daraufhin beim Sächsischen Innenministerium (SMI) nachgefragt, welches eine ausführliche Stellungnahme verfasst hat, die im Folgenden zu lesen ist:

Anforderungen an Garagen sind in Sachsen wie auch in Nordrhein-Westfalen und den anderen Ländern, soweit sie spezielle Vorschriften zu Garagen haben, untergesetzlich geregelt. Diese Systematik im Bauordnungsrecht hat sich bewährt.

Sachsen ist bei den gesetzlichen wie auch untergesetzlichen Regelungen bestrebt, im Sinne der Harmonisierung im Bauordnungsrecht länderübergreifend erarbeitete und von den Gremien der Bauministerkonferenz beschlossene Muster weitestgehend in Landesrecht umzusetzen. Dies trifft auch für die geltende Sächsische Garagen- und Stellplatzverordnung (SächsGarStellplVO) aus dem Jahre 2011 zu, welcher im Wesentlichen die Muster-Garagenverordnung (M-GarVO) in der Fassung Mai 2008 zugrunde gelegt ist. Mit der Vorschrift werden insbesondere Anforderungen an die Verkehrssicherheit und an den Brandschutz von Garagen geregelt.

Nach Einschätzung des SMI stellt die von Nordrhein-Westfalen per Verordnung getroffene Regelung im Wesentlichen jedoch lediglich eine Klarstellung dar.
Zwar ist nach den Begriffsbestimmungen des § 1 M-GarVO (§ 1
SächsGarStellplVO analog) nicht explizit definiert, welchem Zweck Garagen dienen. Aus den im Weiteren geregelten Anforderungen lässt sich jedoch schließen, dass dies das Abstellen von Fahrzeugen ist. Insoweit ist nach Auffassung des SMI das Abstellen von Fahrrädern der allgemeinen Zweckbestimmung von Garagen zuzuordnen und nicht dem Ablagern von brennbaren
Stoffen, wie Dieselkraftstoff und Benzin, im Sinne des § 18 Absatz 3 M-GarVO (§ 19 Absatz 3 SächsGarStellplVO analog).

Das SMI wird die Anfrage zum Anlass nehmen, die hier dargelegte
Rechtsauffassung auch den unteren Bauaufsichtsbehörden zu erläutern. Darüber hinaus wird das SMI bei der nächsten – bisher noch nicht terminierten – Änderung der M-GarVO den Vorschlag einbringen, dass eine Klarstellung des Musters erfolgen sollte.

Kurz gesagt: Die Regeln sind wahrscheinlich bundesweit, sicher jedoch in Sachsen und Nordrhein-Westfalen fahrradfreundlich. Der einzige Hinderungsgrund für Fahrräder in Tiefgaragen ist dä Eigentümä, dä das Hausrecht entsprechend regeln kann.

Vielen Dank an den Sophie Koch vom Süd-Pol-Dresden für die Bearbeitung des Anliegens!

 

Die Schutzstreifen auf der Chemnitzer Str. können bleiben

In einem kürzlich veröffentlichten SZ-Artikel (Fahrradstreifen soll verschwinden) wird angekündigt, dass die Radschutzstreifen auf der Chemnitzer Straße weggefräst werden sollen.

Der im Zeitungsartikel angegebene Grund wird von den Kommentaren angezweifelt, und tatsächlich wird in den Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA) eine Mindestbreite der Fahrbahn von 7,0 Metern angegeben. Die Chemnitzer Straße hat nach eigener Messung an mehreren Stellen eine Breite von gut 7,5 Meter, deswegen sind hier Schutzstreifen erlaubt. (Schutzstreifen erkennt man an der dünnen, gestrichtelten Linie. Radfahrstreifen (Breitstrich) wären nicht auf beiden Seiten möglich, möglicherweise aber auf einer Seite.

Wenn, wie im Zeitungsartikel, das Problem beim häufigen Überfahren des Schutzstreifens liegt, dann könnte die Geschwindigkeit der Chemnitzer Straße auf Tempo 30 reduziert werden. Dadurch sind geringere Abstände für die entgegenkommenden Autos nötig und der Schutzstreifen würde eher freibleiben.

 

[Hinweis: in einem alten Blogbeitrag von gestern hatte die HSG Rad mit falschen Zahlen gearbeitet, die anhand der Bilder von Online-Kartendiensten geschlossen wurden. Deswegen hier die korrekte Fassung.]

 

Unfall vermeidbar?

Wie in der Zeitung bekannt wurde, gabe es einen Unfall am Nürnberger Platz: SZ-Artikel mit Unfallhergang

Möglicherweise hätte der Unfall verhindert werden können, wenn die Kfz-Spur umgewidmet worden wäre, so wie von uns gefordert. (Direktlink zum Bild)


ZUSATZ am 24. März

Der alte Blogeintrag vom 21. Februar endete bereits hier, aber zur Erklärung seien an dieser Stelle noch einige Worte zu Verkehrsführungen ergänzt:

Es ist eine mittlerweile übliche und wegen Sicherheitsaspekten gebotene Planungsregel, dass der Radverkehr möglichst lange im Blickfeld des Kraftverkehrs geführt wird. Dazu wird der Radverkehr fahrbahnnah oder auf der Fahrbahn, keinesfalls jedoch hinter parkenden Kfz eingeordnet außerdem werden auch die Haltlinien für den Radverkehr an Ampeln um 4 m – 5 m vor die Haltelinien des Kraftfahrzeugverkehrs vorgezogen, wie von den FGSV-Richtlinien empfohlen.

Da das (Rechts-)Abbiegen an dieser Stelle nicht vorgesehen ist, ist der Haltlinienversatz hier nicht Diskussionsgegenstand, trotzdem sei dir/Ihnen der folgende Alltagstipp auf den Weg gegeben: wer eine alte Infrastruktur vorfindet, die den Radverkehr an Ampeln parallel zu den Kfz halten lässt und wenn die Rechtsabbieger nicht separat signalisiert werden, nehme er sich trotzdem den Sicherheitsabstand und halte erst nach dem vollständigen Überfahren der Haltelinie an. Das vermeidet Missverständnisse und schützt effektiv Leben.

An der Unfallstelle selbst muss der Radverkehr hinter dem Haltestellenhäuschen hervorkommen und wird dann auf die Fahrbahn verschwenkt. Die Fahrbahn-Strecke bis zum Unfallort war ca. 20 m, die man in flotter Fahrweise in 3-4 Sekunden zurückgelegt hat. Um auf den Anfang des zurückzukommen: die Stelle ist sicherheitlich veraltet. Eine Führung in der Busspur hätte bedeutet, dass der Radfahrer über mindestens 300 m, also auch eine viel längere Zeit lang deutlich sichtbar gewesen wäre. Darüberhinaus wäre die Abbiegeabsicht des Lkw mindestens 0,5 Sekunden früher offenbar geworden, was Ausweichmanöver des Radfahrers ermöglicht hätte. Mit diesen Sachverhalten begründen wir die Aussage, dass der Unfall hätte verhindert werden können.

Der tatsächliche Nutzen der längeren Sichtzeit und Erfolg der Ausweichmanöver kann an dieser Stelle allerdings nicht bewertet werden und die offizielle Bewertung wird leider nie öffentlich werden, da die Untersuchungsberichte nicht freigegeben werden.

ENDE des Zusatzes vom 24. März

 

 

Aus aktuellem Anlass: Leben ohne Auto (mit Kfz-Zulassungsstatistiken)

Stellungnahme

Anlässlich einer aktuellen „Umfrage“ in Löbtau hier eine kurze Stellungnahme der HSG Rad, nach einer internen nicht-representativen Mini-Blitzumfrage:

  • Als Studentä braucht man kein Auto. In Dresden ist dafür der Nahverkehr zu gut und die Radwege sind auch benutzbar, auch wenn es (speziell in Löbtau) einige Kopfsteinpflaster-Abschnitte gibt und der Weg zur Uni nicht 100% eben und stetig ist. Für die Fahrt nach hause ist, je nach Heimadresse, die Zugverbindung, Fernbusverbindung oder Mitfahrgelegenheit hervorragend geeignet.
  • Als Familie braucht man eigentlich auch kein Auto. Das beste Beispiel sind solche Familien, die heute ohne eigenes Auto leben. Neben einer guten Organisation des Alltags gibt es dafür zahlreiche Transportlösungen – vom Handwagen über ein Lastenrad bis hin zu Leihfahrzeugen. Auch Nachbarschaftshilfe kann manche Aufgaben vereinfachen.
  • Es gibt immer Menschen, die die Alternativen zum eigenen Auto nicht überzeugen. Denn letztlich gilt es auch, ein Stück weit seine Gewohnheiten, Ansprüche und Vorstellungen in Frage zu stellen. Wem bei dem Gedanken unwohl ist, abends allein mit der Straßenbahn nach Hause zu fahren, und Alternativen hat, den wird selbst die gute Statistik zur Sicherheit in den Dresdner Straßenbahnen kaum überzeugen. Allerdings ist gerade Löbtau gleichzeitig Lage-prädestiniert sowie Vorbild für eine emissionsarme Mobilität, siehe die Statistik für Dresden: Der Motorisierungsgrad ist in Löbtau Süd/Nord (0,297) ist geringer als der Dresdener Schnitt (0,364)
  • Die in der Umfrage genannte Zahl von zwei Kfz pro Haushalt ist viel zu hoch gegriffen und stößt damit all diejenigen vor den Kopf, die schon jetzt beweisen, dass man ohne Auto leben kann. Zahlenmäßig ist die Suggestion der „Umfrage“ also nicht volksnah.

 

Rechengrundlage und Rechnung

Bevölkerung: Internetseite -> Direktlink pdf bzw. für Haushalte Direktlink pdf
Kraftfahrzeuge: Internetseite -> Direktlink pdf

Löbtau: Privatautos pro Privatperson: (2.608+3.508)/(11.403+9.185) = 0,297
Löbtau: Unterschiedlichste motorisierte Nutz- und Privatfahrzeuge, insgesamt pro Privatperson: (3.168+4.573)/(11.403+9.185) = 0,376
Dresden: Privatautos pro Privatperson: 201126/553.036 = 0,364
Dresden: Unterschiedlichste motorisierte Nutz- und Privatfahrzeuge, insgesamt pro Privatperson: 256.894/553.036 = 0,465

Mitunter wird der Pkw-Bestand auf die Anzahl der Haushalte bezogen. Hier ist Löbtau ((2.608+3.508)/(5.616+6.951) = 0,487 bzw. (3.168+4.573)/(5.616+6.951) = 0,616) noch ausgeprägter ein Vorbild gegenüber Dresden (201.126/300.013 = 0,670 bzw. 256.894/300.013 = 0,856), was statistisch wohl durch die hohe Zahl der Single-Haushalte verursacht ist.

Abschließend ist zur Statistik anzumerken, dass die Kopfzeile „Pkw-Halter als natürliche Personen je 1 000“ falsch formuliert ist. Es müsste heißen „Pkw, die von natürlichen Personen gehalten werden, je 1 000“.

 

Referenz

Die folgenden Seiten geben einen detaillierten Einblick in das „Umfrage“-Geschehen: Grüne, CDU, DNN

Bei der Recherche nach der Besitzstruktur stößt man auf diesen Artikel:„Besitzen junge Menschen wirklich weniger Pkw? Oder: Spaß mit Statistik“ Dessen Fazit: Ja, junge Menschen besäßen wirklich weniger Pkw und nein, das liege nicht daran, dass sie es auf ihre Eltern anmelden ließen.

 

Baustelle Neue Mensa: Freitreppe weiterhin offen

Aus einem inter-institutionellen Planungstreffen (TU-Dez. 4, SIB, StuWe, ZIH; auch die HSG Rad war dabei) zur Neuen Mensa ist hervorgegangen, dass der nord-östliche Treppenabgang von der Bergstraßen-Brücke trotz der Baumaßnahme Neue Mensa zur Bauzeit (drei Jahre veranschlagt) möglicherweise freibleibt. Ansonsten ist schon ersichtlich, dass große, zum Bau benötigte, Flächen gesperrt werden müssen. Wir werden also mit Zäunen leben müssen.

Zur Feststellung der Nutzungsintensität der Freitreppe-Anlage und der weiteren Knoten, insbesondere an der westlichen Haltestelle Fritz-Förster-Platz und der Dreiecksinsel, wird die HSG Rad mithelfen und zu den Wechselzeiten ab der Vorlesungszeit die Fußgängöströme (zumindest photographisch) dokumentieren.

[Update 16. Februar: Bild hochgeladen, Bildbeschreibung, Beteiligung Planungstreffen genauer, FB-Veröffentlichung]

Das Bild ist mit Blickrichtung Süd aufgenommen. Es zeigt den östlichen Brückenzugang über die Bergstraße, die rechts zu erahnen ist. Hinter der Brückenrampe steht der Gerber-Bau. Links ist schon ein Teil der Baustelleneinrichtungen für den Abriss aufgestellt, der Fußweg kann nicht mehr benutzt werden. Die Freitreppe bleibt bis auf weiteres benutzbar. Wer zur Trefftz-Wiese bzw. zum Willers- und Trefftz-Bau gelangen möchte, kann dies durch Linksabbiegen nach dem Brückenpfeiler tun; der Weg ist durch den grünen Pfeil angedeutet.

Auf Sicherungsposten achten (frohes neues Jahr)

Ein frohes neues Jahr allen!

Nun erstmal zur Baustelle:

Nachdem der Radweg wieder zugebaut wurde, hat sich im Januar jemand mit der Straßenverkehrsbehörde getroffen; die besprochenen Inhalte sind der HSG Rad überliefert.

Kurzfassung: es soll alles so (fuß- und fahrradfeindlich) bleiben, wie es ist. Immerhin muss sich die Baustelle an die Regeln halten, die hier nun konkret wiedergegeben werden können:

  • Jeder LKW braucht einen Posten, der ihn lotst.
  • Die doppelte Linie an der Nürnberger Straße gilt für alle, auch für Baustellenfahrzeuge. D. h. die LKW dürfen nur nach rechts aus der Baustelle ausfahren.

Der Mann im Bild ist vermutlich ein solcher Sicherungsposten, wobei er eigentlich in verantwortlicher verkehrsregelnder Tätigkeit vor und nicht hinter dem Zaun stehen müsste.

Wer einen Verstoß gegen die beiden Regeln beobachtet, kann sich gerne mit Ort, Zeit und LKW-Kennzeichen an die Straßenverkehrsbehörde wenden (über das Straßen- und Tiefbauamt, eine Mail genügt; nicht wundern, wenn keine Antwort kommt.). Sie/Ihr können/t sich/euch dann auch gerne uns parallel eine Mitteilung zusenden.

Die Begründung, man könne aus Sicherheitsgründen nicht eine Fahrspur für wegnehmen, wurde vermutlich nicht ganz durchdacht. Es gibt doch eine Variante, die gehen müsste: Sperrung ab der Fußgängöampel Nürnberger Platz. Dazu später mehr.

Teilerfolg: Geh-/Radweg wieder frei

Nachdem sowohl wir als auch mindestens eine Privatperson sich letzte Woche an die Bauaufsicht (im Straßen- und Tiefbauamt Dresden) gewandt hatten (siehe Begleitbeitrag zum Thema Nürnberger Straße / Fahrspur umwandeln), hat sich die Situation am Anfang dieser Woche stark verbessert: der Gehweg und der Radweg sind vollständig von der Baustellenlogistik beräumt worden, siehe Beitragsbild.

Dies ist deswegen „nur“ ein Teilerfolg, weil nicht, wie gefordert, eine Kfz-Fahrspur in einen Radstreifen umgewandelt wurde und somit die altgewohnt mäßige Wegequalität (Verschwenkungen vorne, Enge hinten) vorherrscht. Aber immerhin ist die Stelle nun wieder benutzbar – insofern: alles in allem eine gute Nachricht!