TU Dresden entfernt Schrotträder

Die Meldung ist eigentlich schon ein paar Wochen alt, aber schafft es erst heute auf unseren Blog: Etwa zeitgleich mit der Aktion #mehrbuegel der Hochschulgruppe hat das Dezernat 4 der TU Dresden begonnen, Schrotträder – auch Fahrradleichen genannt – zu entfernen. Verdächtige Fahrräder wurden dazu mit einem Zettel markiert, der die Besitzer der entsprechenden Räder dazu aufforderte, diese innerhalb von 4 Wochen zu entfernen. Nach Auskunft aus dem Dezernat 4 werden die entfernten Fahrräder ein halbes Jahr eingelagert und dann an die Lebenshilfe übergeben, welche die Räder aufarbeitet und für einen geringen Preis verkauft. Während wir in der Aktion schon eine Reaktion auf #mehrbuegel vermuteten, heißt es, die Aktion sei schon länger geplant gewesen.

Die Hochschulgruppe Fahrrad begrüßt die Aktion der TU Dresden, weist aber darauf hin, dass dies nicht die Schaffung weiterer sicherer Fahrrad-Abstellmöglichkeiten ersetzen kann. Diesen Bedarf hat unsere Aktion #mehrbuegel eindrücklich belegt.

#mehrbuegel – ein Rückblick

Die Aktion #mehrbuegel lief vom 30.6. bis zum 8.7. und wir wollen zurück schauen und Bilanz ziehen:

Es bereitete viel Spaß, auf dem Campus der TU Dresden hunderte weiße Kreide-Kreise zu ziehen und an die hundert Hashtags #mehrbiegel zu versprühen. Über 2000 Flyer wurden an Fahrräder verteilt, die keinen passenden Parkplatz gefunden haben, um über Sinn und Zweck der Aktion zu informieren. Noch immer zeugen blasse Kreidespuren von der Aktion und an einigen Orten weisen einlaminierte Schilder auf die Aktion hin.

Bei unseren Runden mit der Kreidedose haben wir von Studierenden und Mitarbeiter_innen viel Zuspruch erhalten und auch die Presse hat ausgiebig über die Aktion berichtet:

  • Radio Dresden berichtete am Nachmittag des 5.7. im Radio über die Aktion. Nachzulesen ist ein kurzer Beitrag auf der Homepage.
  • addn.me (Alternitve Dresden News) berichtete ebenfalls am 5.7. und forderte nicht nur #mehrbuegel, sondern auch bessere Wege für Radfahrende auf dem Weg zum Campus (Nürnberger Straße, Fritz-Löffler-Straße) und für die Wege zwischen den Gebäuden und Fakultäten. –> zum Artikel
  • Die SZ (Sächsische Zeitung) berichtete am 7.7. in der Online- und der Print-Ausgabe.
  • Ebenfalls am 7.7. war die Aktion #mehrbuegel eine Nachricht im Fahrgast-TV „infahrt“ der Dresdner Straßenbahnen wert (siehe unten).
  • Der Wochenkurier hat in seiner Ausgabe vom 13.7. (Seite 3) über #mehrbuegel berichtet.
  • Die CAZ hat uns an einem Tag auf dem Campus begleitet, der Artikel wird noch erscheinen.

Wir haben mit der Aktion offenbar ein brennendes Thema aufgegriffen und breiten Zuspruch erhalten. Nun bleibt zu hoffen, dass auch die Menschen, die über die Gestaltung des Campus und das Geldausgeben für die TU Dresden entscheiden, den Bedarf erkannt haben. Wir bleiben jedenfalls am Thema dran und stehen gern als konstruktiver Gesprächspartner zur Verfügung.

PS: Wir freuen uns über Unterstützung in der Hochschulgruppe. Mach mit uns gemeinsam die Uni für Radfahrende attraktiver. Wir treffen uns immer am 3. Mittwoch im Monat, das nächste Mal am 20.7. um 18:15 in der Stura_Baracke. Komm vorbei!

#mehrbuegel

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Vielleicht habt ihr sie schon bemerkt: Die Kreidekreise, die sich auf dem Campus ausbreiten. Dahinter steht unsere Aktion #mehrbuegel, mit der wir den Mangel an Fahrradstellplätzen auf dem Campus der TU sichtbar machen. Wie das funktioniert und was wir damit erreichen wollen, lest ihr im Folgenden:

Aktion

Fahrräder, die offenbar keinen Platz in einem Fahrradständer gefunden haben, werden auf dem Boden mit weißer Kreide markiert. Ein Flyer informiert den/die Besitzer_in des Rades über die Aktion. Wir werden in den nächsten 10 Tagen auf dem Campus unterwegs sein und mit weißer Kreide sichtbar machen, wo es offensichtlich an Fahrradständern mangelt und werden die Aktion über Twitter, Facebook und unseren Blog dokumentieren. Ziel ist ein weißer Campus am Ende der Woche. Wir rufen jede_n dazu auf, mitzumachen:

Mitmachen

Dein Fahrrad wurde weiß eingekreist? Hol dein Smartphone aus der Tasche und poste ein Foto mit dem Hashtag #mehrbuegel auf Twitter oder Facebook!

Du findest die Aktion cool? Hol dein Smartphone aus der Tasche und poste Fotos von Fahrrädern ohne Parkplatz mit dem Hashtag #mehrbuegel auf Twitter oder Facebook!

Du siehst ein nicht eingekreistes Rad ohne Fahrradständer? Besorg dir weiße Kreide und kreis‘ es ein!

Dir reicht das alles nicht? Komm zum nächsten Treffen der Hochschulgruppe!

Forderungen

  • Wir fordern 2500 neue, sichere Fahrrad-Stellplätze auf dem Campus der TU Dresden.
  • Wir fordern die TU Dresden auf, den Mangel an sicheren und gut nutzbaren Fahrradständern auf dem Campus schnellstmöglich zu beheben!
  • Wir fordern die TU Dresden auf, massiv Druck auf andere Beteiligte wie das SIB (Sächsisches Immobilien- und Baumanagement) und die Stadt Dresden auszuüben, die Schaffung von Fahrrad-Abstellanlagen zu unterstützen!
  • Wir fordern die TU Dresden auf, ein Gesamtkonzept (Masterplan) für einen attraktiven, fußgänger- und radfahrerfreundlichen Campus zu erarbeiten!

Weitere Infos

Der Mangel an Fahrradständern sticht nicht nur jedem Besucher des Campus sofort ins Auge, sondern wurde auch wissenschaftlich belegt: Konstantin Baumeister hat in seiner Diplomarbeit eine umfangreiche Analyse von Bestand und Bedarf vorgenommen: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:14-qucosa-203195.

Auf der von der Hochschulgruppe organisierten Podiumsdiskussion „Campus: Grün, offen, lebendig – autofrei?“ sprach der Leiter des Stadtplanungsamtes von einem zusätzlichen Bedarf von 2500 Parkplätzen (für Autos) auf dem Campus. Wir finden das absurd und greifen die Zahl auf und fordern, keine riesigen Flächen für das Parken von Autos zu verwenden, sondern kostengünstiges, flächensparendes und umweltfreundliches Fahrradparken zu fördern.

Keineswegs beschränken wir uns ausschließlich auf Anlehnbügel, wie der Hashtag suggeriert. Solange das Fahrrad an der entsprechenden Einrichtung kippsicher steht und Rahmen und Räder gegen Diebstahl gesichert werden können, ist uns jeder Fahrradständer recht. Auch Fahrradboxen und Fahrradparkhäuser würden die Herzen von uns und allen Radfahrenden höher schlagen lassen!

Auswertung der Podiumsdiskussion vom 12.05.

Die Podiumsdiskussion „Campus: Grün, offen, lebendig – autofrei?“ liegt nun einige Tage zurück und wir wollen zusammenfassen, was die wesentlichen Erkenntnisse aus Sicht der Hochschulgruppe sind:

  • Von Seiten der TU wurde eingeräumt, dass es keine klaren Zuständigkeiten zum Thema Mobilität gibt. Vieles wird hier und dort mitbearbeitet. Eine Notwendigkeit zur Einrichtung einer oder mehrerer Stellen eines/von Mobilitätsbeauftragten wurde nicht gesehen.
  • Prof. Ruck ging leider auf keinen der Vorschläge zum Thema Mobilitätsmanagement ein. Der Verweis auf Mitarbeiter_innen, die aus dem Erzgebirge zur Uni kommen und auf das Auto angewiesen seien, offenbart, dass Ideen zeitgemäßer Mobilität im Rektorat noch nicht angekommen sind.
  • Rektorat und Stadtverwaltung sehen Bedarf für viele weitere Pkw-Stellplätze, anstatt trotz wachsender Uni mit der bestehenden Anzahl zu handeln.
  • Mittelfristig (in ca. 10 Jahren) wird die Konkurrenz der Hochschulen um Studierende zunehmen. Ein attraktiver Campus und eine breite Angebotspalette an Mobilitätsoptionen kann dann ein Standortvorteil sein. Dies ist bei der Unileitung noch nicht angekommen.
  • Viele Vorschläge zur Attraktivierung des Campus und zu einem konzeptionellen Vorgehen beim Thema Parkraum wurde eine Absage erteilt mit der Begründung, der TU Dresden seien die Hände gebunden. Zuständig und handelnd seien der Freistaat Sachsen, insbesondere das SIB. Nicht funktionierende Kommunikation mit der TU Dresden ist hier offenbar ein Dauerhindernis.
  • Es gibt an der Uni bereits viele Ideen und Ansätze zur Attraktivierung des Campus: An der Fakultät Verkehrswissenschaften ist Expertise zum Thema Mobilitätsmanagement und Ermittlung des Parkraumbedarfs vorhanden. Am Institut für Landschaftsarchitektur möchte man sich gerne einbringen, was die attraktive Gestaltung des Campus angeht. Insbesondere für die Zwischenräume zwischen den Gebäuden wird noch viel Potenzial gesehen. Bei letzterem Punkt signalisierte Prof. Ruck Interesse an einer Zusammenarbeit.
  • Viele an der Diskussion Beteiligte sind sich einig, dass ein Gesamtkonzept für die künftige Entwicklung des Campus hilfreich wäre, um eine Leitlinie für das Handeln zu haben und klare Positionen gegenüber anderen Akteuren vertreten zu können. Auch in diesem Punkt ist noch Überzeugungsarbeit notwendig.
  • Die Stadtverwaltung hat offenbar keine Ambitionen, Feinstaubgrenzwerte einzuhalten. „Das liegt am Standort der Messstation, dass die Feinstaubwerte überschritten werden.“ Das ist genauso als ob ein Arzt sagen würde: „Dass der Patient Fieber hat, liegt daran, dass die Temperatur an der wärmsten Stelle des Körpers gemessen wurde.“

Wir haben erkannt, dass noch ein paar dicke Bretter zu bohren sind, bis die TU Dresden auf umweltfreundliche Verkehrsmittel setzt und sich auf den Weg macht, Deutschlands umweltfreundlichste Hochschule zu werden.

Wir bleiben dran und freuen uns auf Unterstützung dabei!

abgesagt: Diskussion Neugestaltung Zellescher Weg

– Wie wird es für Alle besser? –

ACHTUNG:
Aufgrund einer außerplanmäßigen Sitzung des Ausschusses für Bau, Stadtentwicklung und Verkehr am 20.6. müssen wir die Veranstaltung leider absagen. Ein Ersatztermin vor den Sommerferien war nicht mehr zu finden.

Tut uns leid!

Vor der Haustür der TU Dresden wird sich in den nächsten Jahren Einiges verändern: Mit dem Stadtbahnbau auf dem Korridor Löbtau – Wasaplatz werden die Nürnberger Straße und der Zellesche Weg neu gestaltet. Die „Hauptschlagadern“ des Campus bekommen ein neues Gesicht.

Kennen Sie die Planungen? Sind Sie mit allem einverstanden? Haben Sie Wünsche, was beim Umbau gegenüber heute verändert werden soll? Dann kommen Sie am Montag, den 20.06.2016 wird um 18:30 Uhr in den Vortragssaal der SLUB!

Zunächst wird der aktuelle Planungsstand im Bereich des Campus der TU Dresden vorgestellt. Anschließend können alle TeilnehmerInnen Fragen der konkreten Ausgestaltung des Verkehrsraums diskutieren und eigene Ideen und Wünsche einbringen. Diese werden dann zum Schluss mit den verkehrspolitischen SprecherInnen der Stadtratsfraktionen diskutiert. Diese entscheiden letzten Endes, was gebaut wird.

Vor dem Hintergrund des Stadtratsbeschlusses für einen überbreiten Fahrstreifen je Richtung soll es schwerpunktmäßig um die Vereinbarkeit der verschiedenen Ansprüche des Fuß-, Rad-, ÖPNV- und Autoverkehrs gehen.

Kommen Sie und diskutieren Sie mit!
Setzen Sie sich für einen attraktiven Campus ein!